Die Geschichte der Zitadelle von Montmedy:
 

Die vor den Toren Lothringens gelegene, majestätische Montmédy-Zitadelle wurde auf einem über hundert Meter hohen Felsplateau gebaut. Dieser günstigen geographischen Lage verdankt sie eine ruhmreiche Vergangenheit. Das Schicksal der Stadt war mit dem der europäischen Völker und mit den häufigen Grenzverschiebungen eng verbunden.

Graf Arnould III von Loos und Chiny ließ hier 1221 eine erste Festung errichten und machte aus “Mons Medium” seine Hauptstadt. 1364 durch den Herzog von Luxemburg erworben, fiel sie mit der Grafschaft Chiny (1462) als Erbe an Philipp den Guten, Herzog von Burgund, dessen Sohn Karl der Kühne 1477 vor den Toren Nancys getötet werden wird. Maria, die Tochter des letzteren, wird durch die Heirat Montmédy an Österreich schenken. Karl V., deren Enkel, als Erbe eines Reiches, “in dem die Sonne nie untergeht”, und sich der strategischen Bedeutung Montmédys zur Verteidigung der Niederlande völlig bewusst, ließ 1544 um den höher gelegenen Stadtteil eine mit Bastionen ausgestattete Befestigungsmauer errichten.

Sta
dthalter aus der d´Allamont-Familie werden hier die spanische Regierung vertreten und sich um die Stadt und “bailliage”(z.B. etwa der Amtsbezirk eines Vogtes) kümmern. Der Ausbau der Befestigungsmauern wird bis in die zweite Hälfte des 17. Jh. fortgesetzt und so entstehen allmählich die heute noch zu besichtigenden Befestigungen. Ludwig XIV und Mazarin beobachteten den erbitterten Kampf zwischen der 763 Mann starken Montmédy-Besatzung und dem 10000 bis 13000 Mann zählenden Belagerungsheer. Nach dem Pyrenäenfrieden fielen Stadt und Festung 1659 endgültig an Frankreich. Vauban, der an der Belagerung der Stadt teilgenommen hat, und dessen Nachfolger in der Pioniertruppe werden die Verteidigungsanlagen noch verstärken: Kasernen, Gräben und mit Traversen ausgestattete Schutzwege. Montmédy begegnet 1791 noch einmal der Geschichte , als sich Ludwig XVI und dessen Familie dazu entschließen, aus Paris zu fliehen und nach Montmédy zu kommen, wo sie eine Unterkunft im ehemaligen Orval-Kloster erwartet. Wie aber ein Jeder weiß, wurde die Flucht der Königlichen Familien in Varennes gestoppt…..

Mehrmals noch wird die Zitadelle einen Ansturm erleben müssen. Nach 1870 läßt General Séré de Rivières eine unterirdische Kaserne in Montmédy erbauen und die Zitadelle wird zu einem Teil der Verteidigungslinie an der Ostgrenze Frankreichs. Die Oberstadt bietet dem Besucher ihrer Schätze, Festungsmauern, Museen, alte Häuser und ihre Kirche, die alle im Glanz von einer einmaligen Vergangenheit zeugen. 

Quelle: Citadelle de Montmédy, Plan, Guide

(Office du Tourisme du Pays de Montmédy, Citadelle - B.P. 28, 55600 Montmédy)